Behind the screens: Datenschutz

Zum Datenschutz haben Menschen ein ambivalentes Verhältnis. Skeptisch verfolgen sie die Sammelwut von Behörden und Unternehmen. Ebenso selbstverständlich erwarten sie die richtigen, auch werblichen, Informationen zum gewünschten Zeitpunkt am erwarteten Ort. Der Datenschutz hat die schwierige Aufgabe, Menschen vor dem unbotmässigen oder übertriebenen Absaugen von Daten zu schützen und dennoch ein wirtschaftlich effizientes Kommunizieren sicherzustellen.

Schutz im Sinne von Verlässlichkeit brauchen die Menschen auch, wenn sie sich im Netz bewegen. Sie müssen sicher sein, dies zu gleichen Bedingungen tun zu können, wie der Nachbar auch. Bei gleichen Preisen wollen sie keine schlechteren Bedingungen als andere.
 
Die Netzneutralität war diese Woche Thema im Europäischen Parlament. Welche Auswirkungen die Entscheide haben, wird sich erst in nächster Zeit zeigen. Besorgt titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Das neutrale Internet ist Geschichte“. Gewarnt wird von einem Zwei-Klassen-Internet, bei welchem sogenannte Spezialdienste, die noch niemand definiert hat, eben doch bevorzugt werden könnten. Gleichentags twitterte der zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger: „Wenn sich die Bedenken einiger Verbände realisieren, bin ich bereit über eine Nachbesserung zu reden. Diskriminierungsfreiheit hat oberste Priorität“.
 
Datenschutz und Netzneutralität sind Voraussetzung für ein rechts- und technologiesicheres Wirtschaften, also im Interesse von uns allen. Wir werden am Thema bleiben.
 
Beste Grüsse
Ihr Michi Frank
 
Autor: Michi Frank