2 Minuten mit Urs Langenegger

Urs Langenegger ist Mitgründer von Bandara, dem führenden Virtual Reality Content Studio mit Sitz in Zürich. Bandara unterstützt seine Kunden dabei, 360°-, Virtual Reality- und Augmented Reality-Inhalte gewinnbringend einzusetzen: Von der Konzeption über die Produktion bis zur Distribution. Seit der Gründung im Herbst 2015 hat Bandara über 50 VR-Projekte umgesetzt, unter anderem für Kunden wie Migros, Die Post, Geberit, Swisscom, SRF oder die Stadt Zürich. Urs Langenegger wird am 13. Tag der Online-Werbung über die aktuellsten Themen rund um Virtual Reality sprechen.

Wie kam es zu Ihrer Digital-Affinität?
Schon vor dem Nintendo NES und dem Gameboy durfte ich auf einer Philips VG-8000 Konsole spielen (und Basic programmieren). Ich entdeckte da Videospiele als Hobby. Die Faszination für Storytelling, Technologie und Interaktion begleitet mich bis heute. 

Was macht Ihrer Meinung nach einen richtig guten Werbespot aus?

Die Kombination aus einer guten, emotionalen Geschichte, perfektem technischen Handwerk und richtigem Timing. Gerne aber auch Ehrlichkeit und Authentizität. 

Hat sich durch Ihre Arbeit bei Bandara Ihr Verhältnis zu Medien und Werbung verändert?
Ich denke mein Studium in Medien- und Kommunikationswissenschaften hat mein Verhältnis zu Medien und Werbung ebenso beeinflusst wie meine aktuelle Arbeit bei Bandara. Spannend ist natürlich, dass ich bei Bandara die Produzentensicht bei Medieninhalten einnehmen kann. In der Auseinandersetzung mit Technologien wie Virtual Reality (VR) spielt die Immersion, also das Eintauchen in erschaffene Welten, eine entscheidende Rolle. Dies erlaubt einen ganz neuen Bezug zu Medien und Medieninhalten und es ist spannend, hier von Anfang an bei der Entwicklung dabei zu sein.

In welche Richtung wird sich die Online-Werbung in Zukunft entwickeln?

Ich bin selber kein Werber, aber ich denke, sie entwickelt sich in alle Richtungen – vor allem auch räumlich gesprochen. Wir erleben, wie uns die Technologie und die damit verbreiteten Informationen physisch immer näherkommen: beispielsweise von einem stationären Bildschirm hin auf Smartphones. Screens werden jedoch zunehmend verschwinden, Technologie weniger sichtbar werden. Ich denke mit der Entwicklung von immersiven Technologien wie Virtual und Augmented Reality und den damit einhergehenden Brillen, wird die Information und damit auch Werbung in Zukunft räumlich in unserem Alltag eingebettet sein und mit unserer Umwelt verschmelzen. Durch diese Integration in unser Umfeld muss Werbung persönlicher und zielgerichteter werden, um einen Mehrwert zu bieten.

Mögliches Zukunftsszenario: Wenn ich an der Tramhaltestelle den Fahrplan betrachte, zeigt es nur die für mich zu diesem Zeitpunkt relevanten Verbindungen an und erlaubt mir zum Beispiel auch den Kauf des digitalen Tickets. Und vielleicht zeigt es mir an einem regnerischen Tag eine kleine Werbung für einen Regenschirm in meiner Lieblingsfarbe an.

Welche waren für Sie die Meilensteine bis heute?
Das Rad, der Buchdruck und die Elektrizität. Wenn die Frage mehr auf meine Person und Bandara bezogen ist: die Idee, mit meinen Mitgründern eine Firma aufzubauen bei einem Workshop in Bali im Mai 2015, der Entscheid, nach verschiedenen (Markt-)Tests, es effektiv zu machen und somit die Gründung im Oktober 2015. Dann darf sicherlich jedes der bald 60 Kundenprojekte als kleiner Meilenstein betrachtet werden sowie auch die Einstellung eines neuen Mitarbeitenden.

Welche Produkte eignen sich am besten für VR / AR Content?
Einerseits lassen sich Produkte in VR und AR sehr gut visualisieren. Gerade bei grösseren Produkten wie Autos, Maschinen oder Immobilien können so Sachverhalte gezeigt werden, die sonst nur mit einem physischen Besuch vor Ort möglich sind. Dasselbe gilt für weit entfernte Destinationen beispielsweise in der Reiseindustrie oder für individualisierte Produkte, die man sich in VR bereits vorher zusammenstellen und anschauen kann.  Andererseits erlauben diese immersiven Technologien sehr emotionale und persönliche Markenerlebnisse, was für alle Produktwelten ein Pluspunkt ist. Betrachtet man AR und VR als neues Medium nebst Print, Radio, TV und Internet, ist es ein neuer Kanal, welcher für die Vermarktung aller Produkte geeignet ist. Und für den neue Werbeformen noch entwickelt werden können.

Wo würden Sie gerne mal mitarbeiten?
In einer jungen Agentur, welche mit innovativen Technologien arbeitet, um verschiedenste spannende Kundenprojekte umzusetzen, darunter auch mal ein Game. Am liebsten an einem zentralen Ort in Zürich gelegen und mit inspirierenden Partnern und Mitarbeitenden. Ich würde diese Firma dann gerne Bandara nennen.
Sehr spannend fände ich auch einmal im rund 1000 Personen umfassenden Apple-Team in Tel Aviv mitzuarbeiten, welches an einer Datenbrille arbeitet. Dies würde wortwörtlich einen Blick in die Zukunft erlauben.

Mehr zum Thema Virtual und Augmented Reality erfahren Sie von Urs Langenegger am 13. Tag der Online-Werbung.