2 Minuten mit Darryl von Däniken

Mitinitiant des Internationalen Radio Festivals und Organisator des SwissRadioDay 2014. Der geborene Engländer und studierte Architekt verrät uns im Kurzinterview, was er sich von seiner Fernbedienung wünscht und welcher sein Radio-Sommerhit des Jahres ist.

Sind Sie ein Digital Native? Wenn nicht, was hat Ihre Generation geprägt?
Gemäss dem Media Use Index bin ich ein «Digital Immigrant», der nicht weit vom «Silver Surfer» entfernt ist. Für mich gibt es zwei Gruppen von modernen Konsumenten: die unter 18-Jährigen (wegen des Jugendschutzes) und die «18-to-forever-youngs». Die ersten Motorolas, die neue Radiopiraterie und das Fax haben meine Generation geprägt. Das Handy ist zum Glück geblieben, und das Radio hat sein Unterhaltungsangebot unglaublich erweitert. Es ist immer noch das meist konsumierte Medium von heute und auch das einzige, das man konsumieren kann, währenddessen man etwas anderes macht. Es ist somit perfekt für unsere Multitasking-Overload-Welt.

Sind Sie bereit, für Webcontent zu bezahlen?
Nur wenn dieser 100% für mich massgeschneidert ist, ohne dass ich etwas anderes verpassen könnte … Also schwierig (und teuer), oder?

iOS oder Android? Aus Überzeugung?
Warum nicht nur ein System, wie es bei allen anderen erfolgreichen Formaten existiert? Alles andere geht doch nur auf Kosten des Konsumenten.

Welches ist Ihre Lieblings-App? Und wie haben Sie sie entdeckt?
Letztens «Pixlr Express», es war auf meinem Handy vorinstalliert. Super Sache für einfache, schnelle, unglaublich gute und professionelle Fotos. I love it!

Welche Website hat für Sie Suchtpotenzial?
«BBC News», das Angebot an High-End Rich Media Content hört ja nie auf …

In welchen sozialen Netzwerken sind Sie angemeldet? In welchen davon aktiv?
Die Üblichen: Facebook, Twitter, YouTube, Instagram usw. Andy Warhol sagte einst: «Everyone can have their 15 minutes of fame.» Das ist jetzt schon lange passé, denn heute wollen alle ihre wiederholten «15 seconds of fame» und das liefert Social Media heutzutage immer auf Wunsch 24/7. Aber wenn ich geschäftlich diese Channels nicht bräuchte, würde ich sehr wahrscheinlich nur alle paar Monate reinschauen. LinkedIn dagegen finde ich am nützlichsten, da macht man Connections, die das Business fördern.

Wann sind Sie offline?
Wenn ich am Autofahren bin und Radio höre.

Wie konsumieren Sie TV? «Big Screen only» oder auch «Second Screen»?
«Big screen only», please. TV ist für mich die beste Ruhepause und Einschlafmedizin. Radio dagegen beschäftigt meine Gedanken.

Welche zusätzlichen Fähigkeiten würden Sie sich von Ihrer Fernbedienung wünschen?
Viel weniger Knöpfe bitte. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr in den 1980er-Jahren!
Swisscom TV hat das begriffen und hat ihre Knöpfe auf das Minimum reduziert. Less is more. Well done!

Wer ist Ihr Lieblingsradiomoderator weltweit?

Terry Wogan, der über 30 Jahre BBC Radio 2 geprägt hat. Mit seinem täglichen Klang, seiner gesunden Ironie gegenüber der Politik und einem Mix von «Easy Tunes» wuchs ich in England auf. Terry ist «the radio (anti) establishment». Ich muss auch zugeben, dass ich die Stimme von Mental X auf Virus super finde. Vielleicht liegt es am Basler Dialekt und/oder an seiner souveränen Art, er moderiert selbstsicher und mit viel Wissen über das jeweilige Thema.

Was ist Ihr Radio-Sommerhit des Jahres?

Der aktuellste Radiohit, den ich abrufen kann, ist Pharell’s «Happy». Mein erster Sommerhit, an den ich mich erinnere, war Elton John & Kiki Dee mit «Don’t go breaking my heart». Ein Klassiker.
Könnten Sie mich vielleicht bitte noch fragen, welches mein Lieblingsmedium ist?

Was ist Ihr Lieblings Medium?
Ah, gut, dass Sie das fragen. Radio. Das immer noch einflussreichste Medium, welches die digitale Wireless-Welt am meisten geprägt hat.

Autor: Vera Tschan